Freiluftgym – Das Trainingscamp an der freien Luft für stabile & mobile Körper

Ich bin jetzt in meinem dritten Jahr an der Deutschen Sporthochschule Köln. Ich habe viele Menschen und viele neue Freunde kennen gelernt. Vor einigen Monaten erzählte mir ein Freund von einem Projekt mit dem er sich bald selbstständig machen wolle. Das ganze sollte ein Trainingscamp an der freien Luft werden. Ich habe schon oft mit ihm trainiert und ich mochte seinen Trainingsansatz. Deswegen fand ich es sehr interessant zu erfahren, wie er dieses Trainingscamp an der freien Luft wohl aufziehen würde. Wir trafen uns in der Mensa zum Mittagessen und er erzählte mir mehr.


 

Ein paar Monate später, letzte Woche um genau zu sein, rief er mich dann überraschend an und sagte mir, dass er jetzt soweit wäre. Die ersten Trainingscamps an der freien Luft sind fertig. Das Freiluftgym ist bereit für den Start und hat bereits seine ersten Kursteilnehmer. Er fragte mich ob ich nicht mal Lust hätte mir das Training auch mal selbst anzuschauen.

Das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Letzten
Dienstag packte ich also meine Sachen und ging zum Freiluftgym. Die Entwickler dieses Trainingscamps an der freien Luft sind Max und Felix. Sie kennen sich von der Spoho. Sie hatten zwar nie gemeinsame Kurse, haben sich aber zufällig kennen gelernt und in den letzten Semestern jede Menge Sport zusammen gemacht. Den Gedanken eines eigenen Trainingsprogramms war bei beiden schon länger da. Da die Beiden eine ähnliche Trainingsphilosophie teilen und ihnen das Trainieren an der freien Luft besonders am Herzen liegt, kam es dann zu der Planung eines gemeinsamen Trainingscamps an der freien Luft. Das Freiluftgym war geboren.

Bei ihren Trainingseinheiten verfolgen beiden einen Ganzheitlichen, funktionalen Trainingsansatz. Das heißt sie arbeiten mit Bewegungsmustern, die sowohl das koordinative Zusammenspiel der Muskelgruppen fordern, als auch Kraft und Beweglichkeit zu fördern. Beide Trainer legen Wert auf ein Training das langfristig gesundheitsfördernd ist. Muskulären Dysbalancen soll durch ausgewogene Übungsauswahl vorgebeugt werden. Training an Maschinen und Isolationsübungen werden tendenziell abgelehnt, stattdessen wird der Körper als Einheit betrachtet und es wird in Bewegungsmustern trainiert. Sie sind der Überzeugung, dass ein Training, bei dem der ganze Körper involviert ist für eine hohe Lebensqualität und ein langfristig Gesundes Leben unabdingbar ist.

Felix und Max haben Sportlich Unterschiedliche Hintergründe haben und belegten im  Sportstudium unterschiedliche Schwerpunkte. Dadurch unterscheidet sich die Trainingsgestaltung. Felix legt z.B. mehr Wert auf den Beweglichkeit, während Max viel Wert auf Kräftigungsübungen bei sauberer Ausführung legt.

„Auch wenn unsere Ansätze leicht unterschiedlich sind, so konnten wir uns gegenseitig im Training inspirieren. Durch Felix habe ich zum Teil echt abgefahrene Mobilisationsübungen kennengelernt, die gleichzeitig Hohe Anforderungen an Koordination und Rumpfstabilität stellen.“ Stellt Max fest.

„Sich gemeinsam ein Training zu überlegen und dabei Elemente von dem anderen in einen Topf zu schmeißen, dass macht richtig Spaß. Dabei kommt ein abgefahrenes, kreatives Training raus.“ sagt Felix

Ein Trainingscamp an der freien Luft kann beispielsweise so aussehen, dass Felix mit Turnersischen Mobilisations- und Kräftigungsübungen beginnt Anschließend geht es gemeinsam auf die Slackline, um Kraft und Propriozeption der Unteren Extremitäten zu schulen- anschließend übernimmt Max mit einem Zirkel der auf das Herzkreislaufsystem abziehlt- zum Abschluss noch eine kurze Cooldown Einheit und fertig. Das nächste Training kann jedoch komplett anders aussehen- So wird der Körper immer wieder neuen Trainingsreizen ausgesetzt und es wird nicht langweilig.

Da das Teilnehmerfeld bunt gemischt ist, bleibt die Herausforderung, für jeden ein Sinnvolles Training zu gestalten. Anne zum Beispiel, 29 Jahre alt, Grundschullehrerin, braucht das Training um vom Alltag abzuschalten, um langfristig fit und Gesund zu bleiben. „Ich gehe gerne dorthin, da in lockerer Atmosphäre und ohne viel Aufwand effektiv trainiert wird.  Die beiden Jungs kennen sich gut aus, korrigieren und motivieren“.

Alex, Ende vierzig, will trotz oder gerade wegen kaputter Knie nochmal richtig angreifen- Er übt sich in seiner Freizeit in der Trendsportart le Parkour. Außerdem will er im Sommer nicht nur mit Sixpack unterm Arm, sondern auch auf dem Bauch an den Strand.

Deshalb teilen die beiden Sportstudenten die meisten Übungen in mehrere Levels ein, um so für jeden Teilnehmer eine individuell angepasste Belastung zu erzeugen. So kann man auf jedem Niveau einsteigen und hat gleichzeitig den Ansporn, sich an die schwierigere Übung ranzutasten und „zu leveln“ Wie Felix sagen würde.

Für mich war die Trainingseinheit beim Freiluftgym eine coole Erfahrung. Da ich, ähnlich wie Max und Felix, großen Wert auf das Training an der freien Luft lege und in meinen Trainingseinheiten grundsätzlich Mobilisations- und Koordinationsübungen mit einbaue konnte ich hier ein für mich sehr interessantes Training mit machen, das mich nicht nur fordert sondern gleichzeitig auch viel Spaß macht.